Das Gartenbild vom 21.Februar 2022

Vom Himmel fiel 

Der Schnee, der gestern noch in Flöckchen 

Hängt nun geronnen heut als Glöckchen 

Am zarten Stiel.

Schneeglöckchen läutet, was bedeutet’s 

Im stillen Hain?

O komm geschwind! Im Haine läutet’s 

Den Frühling ein.

O kommt, ihr Blätter, Blüt‘ und Blume, 

Die ihr noch träumt, 

All zu des Frühlings Heiligtume! 

Kommt ungesäumt!

Friedrich Rückert (1788-1866)

Das Gartenbild


Auf ein Neues!

Mein Lebensraum ist klein geworden, es sind nicht allein die Corona-Beschränkungen, die mich ans Haus gekettet haben. Ein Unfall und eine allgemeine Verschlechterung haben an meinen Kräften gezehrt. Aufgegeben habe ich nicht! Wer keine großen Schritte machen kann, macht  kleine. Wenn man nicht mehr in die große weite Welt reisen kann, spaziert man um das Haus. Die Gartenbilder der letzten zwei Jahre sollen hier ihren Platz finden. 


Herbst

GINGKO BILOBA

Dieses Baumes Blatt, der von Osten

Meinem Garten anvertraut,

Gibt geheimen Sinn zu kosten,

Wie’s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen,

Das sich in sich selbst getrennt?

Sind es zwei, die sich erlesen,

Dass man sie als eines kennt?

Solche Fragen zu erwidern

Fand ich wohl den rechten Sinn.

Fühlst du nicht an meinen Liedern,

Dass ich eins und doppelt bin ?

Johann Wolfgang von Goethe 1815

(1749 – 1832)


Fundstück

An diesem Juwel, einem kleinen Abschnitt aus der online-Ausgabe der FAZ, hätte jede Deutschlehrerin eine wahre Herzensfreude gehabt.

Hurra! Ich habe das Goldstückchen gefunden, und zwar am 11.5.2018.

Ich kann es mir nicht verkneifen, ich muss es einfach hier anführen. Ich tu‘ es in Erinnerung an  meine langjährige Tätigkeit. Dabei bin ich so froh, dass für mich das Korrigieren vorbei ist, ich darf so etwas lesend genießen. Ich darf das Lob der vergangenen Zeiten anstimmen und herzhaft lachen. Ich stell‘ aber fest, dass es schon schlimm ist, wenn in renommierten Zeitungen solche Stilblüten zu finden sind


Schlafende Äpfel im weißen Blütenmeer

Das Alte Land vor den Toren Hamburgs ist ein Idyll aus verschwenderischer Natur und norddeutschem Eigensinn. Denn erschaffen wurde es allein von schwer schuftender Menschenhand.

FAZ vom 11.5.2018


Jahrgang 1945

Nach der Einleitung am 20.Januar sollte es natürlich gleich los gehen mit den Bildergeschichten zu Monika, aber leider, leider ist die Schreiberin mal wieder im Krankenhaus verschwunden. Wie schon erwähnt, gehört ihr Jahrgang zu den mit den wenigsten Geburten. Deshalb steht am Anfang ein schreckliches Bild. Gepostet ganz ohne Erinnerungsanlass, aber an einem Tag, an dem die Glocken schweigen. Damals war es anders,  Karfreitag 1945: Donner und Gebrüll, Geschrei und Schmerz, Verzweiflung und Tod, doch das Leben regt sich neu.

Im Krieg gezeugt im Frieden geboren……..

https://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide“ scrolling=“no“ frameborder=“0″></iframe>


Ostermarsch

Der Frieden in Deutschland ist so alt wie Monika, oder umgekehrt sie ist so alt wie der Frieden in Mitteleuropa. Aber schauen wir auf den Globus, wie winzig ist Deutschland. Was alles ist in Mitteleuropa in den letzten siebzig Jahren geschehen. Ich frage mich mit Monika, ob es jemals so eine lange Periode des Friedens in Deutschland gab. Vielleicht hat auch die große und mächtige Friedensbewegung dazu beigetragen. Und dabei meine ich mit mächtig,

voll Kraft und Stärke in der Friedfertigkeit, voll Glauben, dass eine andere Welt möglich ist,

ich weiß, ich bin nicht die Einzige, die so denkt, auch wenn ich nicht mehr auf der Straße sein kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Monika ist im Altersheim

Der Jahrgang 1945 verabschiedet sich vom Kindergarten, Tante Bertha hält fürsorglich die Arme um die kleine Gruppe der Abgänger. 1951 werden sie in die Hartranftschule, das ist die Grundschule der kleinen Stadt, entlassen. Nun beginnt der Ernst des Lebens, und wie Wilhelm Busch sagt:

Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.

Das kleine Mädchen ganz links außen ist jetzt eine alte Frau. Sie ist im Altersheim. Vielleicht ein bisschen früh, aber sie vergisst so viel, so viel wie ihre Mutter Hedwig. Hedwig ist tot. Das hat sie auch vergessen. Doch das Gefühl bleibt, da hat sie manchen „Führungskräften“ etwas voraus!!!

Der Jahrgang 1945 verabschiedet sich vom Kindergarten, Tante Bertha hält fürsorglich die Arme um die kleine Gruppe der Abgänger. 1951 werden sie in die Hartranftschule, das ist die Grundschule der kleinen Stadt, entlassen. Nun beginnt der Ernst des Lebens, und wie Wilhelm Busch sagt:

Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.

Das kleine Mädchen ganz links außen ist jetzt eine alte Frau. Sie ist im Altersheim. Vielleicht ein bisschen früh, aber sie vergisst so viel, so viel wie ihre Mutter Hedwig. Hedwig ist tot. Das hat sie auch vergessen. Doch das Gefühl bleibt, da hat sie manchen „Führungskräften“ etwas voraus!!!