Halloween oder was?

Ein Grausen ist mir Halloween, doppelt und dreifach……oder gar vierfach.

Begründung:

1. Der November ist  bei uns der Totenmonat, die Vegetation zieht sich zurück, wir erleben ein sinnbildhaftes Sterben, für uns ist das Trauer. Wir haben den Totensonntag, den Volkstrauertag, wir hatten den Buß- und Bettag.

2. Besonders für die Katholiken kommt das Gedenken an die Toten an Allerheiligen und Allerseelen, man gedenkt der Verstorbenen, der offiziell Heilig- und Seliggesprochenen und all derer, die ihre Wunder im Verborgenen getan haben. Das ist am 1.November.

Wir alle bereiten die Gräber für den Winter vor, stellen ein Licht auf, um die Dunkelheit zu erleuchten. Deshalb ist uns der 1.November so wichtig. Der Tag davor aber auch:

3. Der 31. Oktober ist der Reformationstag, der Tag an dem Luther  1517 seine Thesen an die Schlosstüre zu Wittenberg genagelt hat.

Genau hier hat sich ein Fremdkörper eingenistet:

Halloween,  der süß-saure Angriff auf Geschmack und gesunde Zähne ist ein Import aus Amerika

ANDERE LÄNDER – ANDERE SITTEN

In einigen Ländern gibt es nicht  das stille Gedenken, nein, man feiert  mit den Toten, in Kuba z.B. geht man mit einem Fläschchen Rum auf den Friedhof und trinkt mit dem verstorbenen Opa. Das machen sogar die Kommunisten. Und in  Hinterhöfen habe ich erlebt, wie  Tänze mit den Toten veranstaltet wurden: „Rumba a los Muertos“. Wehe dem, der in den Kreis rein kam, dem saß gleich ein Toter im Genick.

Bei uns aber ist es nur eine Festveranstaltung der Zuckerindustrie, eine Teilvergiftung durch Farbstoffe und eine Katastrophe für die Zähne.

Da hat mir heut unser Herr Pfarrer erzählt, in seiner alten evangelischen Kirche wird der Reformationstag so gefeiert:

Jugendliche sind eingeladen, die Nacht in der kleinen alten Kirche zu verbringen, Luther klopft an die Tür, Kerzen flackern, ein Tintenfass fliegt an die Wand. Ist da der Gottseibeiuns?

Gruseliger als ein Kürbiskopf und ehrlicher als ein Klapperskelett und zum Trost der Eltern: geheizt ist auch!

Lesen Sie dazu Goethes Totentanz

……..

Die Glocke, sie donnert ein mächtiges Eins,

Und unten zerschellt das Gerippe.

http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Gedichte/Gedichte+(Ausgabe+letzter+Hand.+1827)/Balladen/Der+Totentanz
Posada 1

Wenn aber die Kinder im Skelett-Kostüm von Tür zu Tür gehen und nur nach Süßigkeiten gieren, dann wird der Tod veräppelt.

Die Bilder sind von dem mexikanischen Graphiker Posada, über ihn demnächst.

 


OJE Engel oder klimafreundliche Familien

OJE-Engel

Der heiße Sommer hat den Klimawandel wieder deutlich gemacht. Wir sollten das in der kalten Jahreszeit nicht so schnell vergessen.

Jetzt sind schon die ersten Vorboten für Weihnachten in den Geschäften: Marzipan und Lebkuchen.

Damit dem Weihnachtsengel nicht die Kerze wegschmilzt, sollten wir vor lauter Feiern – von Hallowween zu Xmas – den Ernst des Lebens nicht vergessen. Investieren Sie bitte – wenig oder viel – in das Projekt von Amandine. Versprochen, es ist der einzige Spendenaufruf auf dieser Seite. Spenden kann man hier:

https://www.ecocrowd.de/en/projects/23004-Klimafreundliche-Familien



Teresa von Avila

Die einen sagen, das Gebet ist von ihr, die anderen sagen, das stimmt nicht. Es könnte von ihr sein, man findet das Gebet auf vielen Seiten. Ich möchte es hier her stellen zum Todestag der bewundernswerten Frau. Sie ist am 4.Oktober 1582 gestorben.

Hier kommt meine Übersetzung- sie ist sehr frei:

nada.001

Nichts soll dich stören

Nichts erschrecken

Alles geht vorbei

Gott bleibt

Die Geduld

erreicht alles

Wer sich an Gott hält

Dem fehlt nichts

 

Gracias

 


Mein Aphotitas oder mein Dipodatis oder deins?

BauchHaben Sie auch schon Ihre Adipositas?

Zum Verständnis: Adipositas ist „Fettleibigkeit“, aber auch Fettsucht

Wenn nicht, dann sollten Sie sich so eine besorgen. Mein Schwager hat sie, meine Schwester hat sie, ich habe sie, und wie ich letzten Donnerstag im Fernsehen erfahren habe, hat sie auch der bekannte Realitätsverwurschtler = Comedian Hannes Bender* .Das ist ein kleiner, knuffig aussehender (für mich) junger Mann mit (wie er es selbst nennt) „einem Feinkostgewölbe“. In dieser Sendung „Kleinkunstfestival 2015“ erzählt er von einer allgemeinen Untersuchung im Krankenhaus. Als er im Arztbericht die Beschreibung seiner eigenen Person unter medizinischen

Gesichtspunkten liest, haut es ihn fast um. Er bringt den Arztbericht mit und lässt ihn von einem Herrn aus dem Publikum vorlesen. Das ist Realsatire, der junge Arzt würde sich besser neben Herrn Dr. von Hirschhausen machen als am Patientenbett. Er bescheinigt Herrn Bender, dass er sich selbständig entkleiden kann. Was für ein Wunder bei einem Mann in bestem Mannesalter! Und jetzt kommt das, was mich besonders getroffen hat: …“der Patient mit adipösem Habitus“. Ich dachte nur: „Auch du, Bruder im Krankenstand! Macht uns der Arzt doch alle gleich.

In meinem Entlassungsbericht stand „die adipöse Patientin“, das hat mich zuerst sehr, sehr traurig gemacht. Hätte ich das gesagt, hätte der junge Arzt, den Bericht um ein „depressiv“ ergänzt, also weinte ich erst, als er draußen war. Er sah übrigens auch nicht so sehr gut aus. Dann kam die nächste Emotion: das war Wut, auch das habe ich unterdrückt, sonst hätte sich dem „depressiv“ noch ein „manisch“ hinzugefügt.

Der Wirrwarr der Gefühle brachte mich so durcheinander ( ich bin eine alte kranke Frau), dass ich  mich aus dem Fenster stürzen wollte. Das sagte ich auch nicht, sonst wäre ich in der Psychiatrie gelandet mit der Diagnose“ suizidal gefährdet“.

Nach der Fernsehsendung ist mir klar geworden:

Heute trägt man Adipositas, das gehört zum Stil. Wahrscheinlich hat der Stern am Modehimmel Guido Maria Kretschmer  in Shopping Queen schon längst dieses Accessoire empfohlen…..

*3 Sat Kleinkunstfestival 2015



Bittere Erkenntnis

TablettenKann nicht kauen, kann nicht sehen,

und auch nur noch sehr schlecht gehen.

Mein Gehör ist auch nicht gut.

Wen wundert’s? Mich verlässt der Mut.

Und wenn mir die Füße jucken,

brauch‘ ich nur Tabletten schlucken.

Wenn das der goldene Herbst meines Lebens ist,

möchte ich nicht wissen, wie der Winter wird?

Gedicht von Stefan Sommer 2015