Wie die Oma auf’s Skateboard kommt

 

 

 

Natürlich bin ich als Kind Rollschuh gefahren. Zur großen Kunst habe ich es nicht gebracht, einen Bogen konnte ich immerhin fahren, als Bremse dienten die Hauswände. In der Stadt, in der ich groß geworden bin, gibt es rund um den riesigen Marktplatz im Schachbrett-Muster Arkaden. Mit großem Getöse fuhren wir auf den Metallrädern von Arkade zu Arkade, die letzte in der Reihe war unser Halt. Wenn ich so zurückdenke, so war das sehr stümperhaft vom sportlichen Können  her betrachtet. Wir wollten nur unser Vergnügen, das entweder mit aufgeschlagenen Knien oder dem Verbot der entnervten Ladenbesitzer endete.Sport war damals in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts nicht „Kult“.

Sport war noch Leibesertüchtigung und kein Lebensgefühl. Es war erlaubt, den Sport etwas von oben herab zu betrachten. Für die sechziger Jahre ging das noch, der Unsportliche konnte so doof sein, wie er wollte, er galt immer als Geistesmensch. Da es noch keinen Knieschutz gab, war ich ein „Geistesmensch mit aufgeschlagenen Knien“.

Die Zeiten änderten sich nach und nach, plötzlich  musste, wer was gelten wollte, sportlich sein.  Die Rollschuhe wurden weggelegt, die Inliner kamen in Mode. Da wurden die Hauswände weniger wichtig, die Inliner hatten nämlich Bremsen, man konnte also selbständig anhalten. Diese Entwicklung ging an mir aber vorbei. Ich war in Kuba, und dort unter der heißen Sonne gab es gar nichts, nur alte Autos und chinesische Fahrräder ohne Licht und oft ohne Bremse. Als ich 2000 aus Kuba zurückkam, hatte mich die Entwicklung überholt.

Ich sah im Café einen Jungen von ca 12 Jahren . Er spielte mit einem winzig kleinen Brettchen mit vier winzig kleinen Rädchen und machte fingerfertige Kunststücke. Ich war fasziniert und sprachlos über so viel spielerischen Luxus. Kurz darauf staunte ich auch über die echten großen Skateboards.

Im Park, dort wo ich dann später als alte Dame mit meinem Hund spazieren ging, gab es sogar eine Skater-Bahn. Ich staunte nicht schlecht.

Vor einem Jahr habe ich das im Fernsehen gesehen

Jetzt habe ich ein Skateboard, in meiner Jugend hätte man Rollbrett dazu gesagt. Ich habe es mir wirklich gekauft! Es ist nicht ganz komplett, ich besitze nur das Mittelstück, darauf steht: „The most drunken skateshop in the world“.

Mein Rollbrett rollt nicht, es steht auf drei Beinen, fest und sicher, also ideal für mich – ich will mir ja nicht mehr die Knie aufschlagen. Es ist sehr leicht, dass es sich gut auf dem Rollator transportieren lässt. Es ist aber auch für junge Leute geeignet, „cool“ würden die sagen oder „stylish“ oder so. Wenn ich 10 Enkel hätte, würde ich jedem/jeder eins kaufen. Mit Herz!!!

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Einige Gedanken zu “Wie die Oma auf’s Skateboard kommt

  1. Lutz Drescher

    Nett, auch wenn meine alten Augen zuerst Muehe hatten zu erkennen, was auf den Photos drauf ist. Freu mich darauf das besoffene Skateboard bei Gelegenheit in Augenschein zu nehmen. Ach da hab ich was durcheinander gebracht. Nicht daqs Skateboard sondern das Skateshop ist besoffen… Den Laden wuerde ich wirklich gerne mal sehen-:),

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