Oldies? Selfies?

Große Mode ist es heute sich selbst darzustellen. Uns Alten fällt das nicht so leicht, unsere Gesichter sind unsere Geschichte. Vielleicht tritt auch vor den vielen großen Erfahrungen unseres Lebens das „Jetzt“ in den Hintergrund, denn wir haben zu oft in den Spiegel geschaut. Man kann es ausrechnen, mindestens Lebensalter multipliziert mit 365. Im Durchschnitt  geht das schon in die Zigtausende. Und in wie viel verschiedenen Variationen haben wir dieses Gesicht gesehen:mit Lachen, mit glänzenden Augen, mit Tränen, mit verstrubbeltem Haar, mit Lockenwickel, ohne Wickel, geschminkt und ungeschminkt, ohne Falten, mit Falten usw.

Die Aufzählung würde bis zum Himmel und zurück reichen!

Willkürlich ist meine Aufzählung mit Absicht, denn nicht nur die großen offiziellen Ereignisse hinterlassen ihre Spuren.

Überlassen wir die Selfies den Jungen und zeigen das, was uns in Heim und Herz geblieben ist:

Hier  zwei Damen aus der Einrichtung:

Ab in den Container

Selfie-B

 14 Jahre wohnte Frau B. in der Seniorenresidenz, dann musste sie in die Pflegeabteilung.

Als sie im Krankenhaus war und erfuhr, dass sie nun endlich ein Zimmer in der Pflege bekommen hatte, schenkte sie die schönen Porzellanfiguren, die sie gesammelt hatte, ihrer Betreuerin. Sie ist froh, dass sie ein Einzelzimmer hat.

Was man auf dem Bild sieht, ist alles, was ihr geblieben ist. Sie sagt: “Man muss zufrieden sein“.

 

Selfie S.

Heimgekommen und doch nicht daheim

Frau S. Jahrgang 1929 hat viele Jahre bei ihrer Tochter in Amerika gelebt. Jetzt ist sie wieder in ihre alte Heimat zurückgekommen. Deshalb wohnt sie jetzt in einer Einrichtung, die sich Seniorenresidenz nennt.

Sie erzählt:

Schon seit langer Zeit umgebe ich mich mit Fotos von meinen Familienangehörigen; von meinen Kindern Enkeln und Urenkeln. Ich vermisse sie alle sehr, obwohl sie mich sehr oft besuchen.

GottseiDank gibt es hier sogar Internet, dann kann ich mit meiner Tochter in Cincinnati skypen, ich seh’, wie mein letztes Urenkelchen aussieht, dann sitze ich hier und kämpfe mit den Tränen.

 

 

Stichworte: ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.