Monika ist im Altersheim

Der Jahrgang 1945 verabschiedet sich vom Kindergarten, Tante Bertha hält fürsorglich die Arme um die kleine Gruppe der Abgänger. 1951 werden sie in die Hartranftschule, das ist die Grundschule der kleinen Stadt, entlassen. Nun beginnt der Ernst des Lebens, und wie Wilhelm Busch sagt:

Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.

Das kleine Mädchen ganz links außen ist jetzt eine alte Frau. Sie ist im Altersheim. Vielleicht ein bisschen früh, aber sie vergisst so viel, so viel wie ihre Mutter Hedwig. Hedwig ist tot. Das hat sie auch vergessen. Doch das Gefühl bleibt, da hat sie manchen „Führungskräften“ etwas voraus!!!

Der Jahrgang 1945 verabschiedet sich vom Kindergarten, Tante Bertha hält fürsorglich die Arme um die kleine Gruppe der Abgänger. 1951 werden sie in die Hartranftschule, das ist die Grundschule der kleinen Stadt, entlassen. Nun beginnt der Ernst des Lebens, und wie Wilhelm Busch sagt:

Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.

Das kleine Mädchen ganz links außen ist jetzt eine alte Frau. Sie ist im Altersheim. Vielleicht ein bisschen früh, aber sie vergisst so viel, so viel wie ihre Mutter Hedwig. Hedwig ist tot. Das hat sie auch vergessen. Doch das Gefühl bleibt, da hat sie manchen „Führungskräften“ etwas voraus!!!


Das Geburtstagsessen

Eingeladen ist eingeladen, das hat man bei uns unter Freunden immer gesagt. Im Klartext hieß das, es wurden auch Sonderwünsche erfüllt. Man konnte die Einladung richtig genießen, in jungen Jahren waren das große Portionen, später dann noch ein Schnäpschen hinterher, das durfte auch ein Kirschwasser sein….

Das nur als Vorwort in Erinnerung an die vergangenen Zeiten. Folgende absurde Geschichte habe ich am 1. Weihnachtsfeiertag erlebt:

Ich war bei einer sehr alten Dame, die in einer vornehmen Einrichtung für ältere Menschen im Süden Deutschlands lebt. Weil dieser Feiertag gleichzeitig ihr Geburtstag ist, lädt sie ihre Familie und einige Freunde ein, mit ihr dieses Fest mit einem schönen Mittagessen zu feiern.

Man konnte zwischen den beiden Essen vom normalen Speiseplan wählen: Fleisch oder vegetarisch…..Ich hatte schon Tage vorher ein vegetarisches Essen bestellt: Wirsing mein Lieblingsgemüse, das ich mir ja als Alleinstehende nie koche. Von der salzigen Suppe mit ihren verkochten Nüdelchen aß ich ganz wenig, quasi nur anstandshalber zwei Löffelchen. Mir lief ja schon das Wasser im Mund zusammen. Mit meinem inneren Auge sah ich Schüsseln voll Wirsing, Gemüse und Kartoffeln, Platten mit Braten und das alles in freier Auswahl zur Selbstbedienung. Aber nein, es kamen Tellergerichte. Die Bedienung stellte Teller vor die Anwesenden und ich bekam nur eine winzig kleine Portion, zwei Esslöffel Wirsing mit einem halben Blätterteigstückchen. Das versetzte mich Knall auf Fall in meine Kindheit, in die Zeiten des Futterneides, in die grauslichen Nachkriegszeiten des Verzichts. Ich verlor meine Haltung und beschwerte mich, da fasste mich die Bedienung begütigend am Arm und sagte:“Frau Becker, jetzt essen Sie erst mal das auf, dann sehen wir weiter!“

Da wurde ich wieder ganz brav, bekam  später noch ein paar Löffel Wirsing. Brav hörte ich zu, wie die alten Damen fast schon schwärmten:“Stellen Sie sich vor, man bekommt hier anstandslos halbe Portionen!“ „Ja für uns ist das besonders wichtig, wir können ja nichts wegwerfen!“

 



Zwischen den Jahren

Eigentlich haben wir in dieser Zeit eine enge Verbindung zum Himmel. Ich zumindest öffne meine Ohren und überlege mir, was wird mir das neue Jahr bringen. Es ist mir nichts eingefallen. Nada! Es ist so schön, wenn man einen anderen Menschen sprechen lassen kann.

Da kam eine Email von einer wieder gefundenen Freundin, von Isabelle, der deutschen Flötistin aus Havanna. Sie schickt mir einen Vorgeschmack auf ihre neue CD, hört sie an, schaut sie an: Isabelle Bodenseh

Sie ist einfach toll!

 



Mali

Auch diese drei Personen sind auf dem Weg nach Bamako, ob es ihnen auch so geht wie Eric Bipp. Ich habe mich an eine deutsche Übersetzung gemacht, sehr frei und ohne Garantie……

 

Von Eric Bipp und Habib Koité
 Ja, ich bin jetzt auf dem nach Bamako
dort wollt’ ich schon immer hin
 ich bin jetzt auf dem Weg nach Bamako
mal seh, was ich dort sehen kann
Hab’ dort einen guten Freund gefunden
Habib Koite, das ist ein guter Musiker
ja, dort habe ich einen guten Freund gefunden
und seine Familie getroffen
Das war mein erster Trip nach Westafrika
und ich bin mir so sicher
irgendwie ist das ganz so
es ist wie Heimkommen
Ja, ich bin jetzt auf dem nach Bamako
Hinter mir lass’ ich Eis und Schnee
 ich bin jetzt auf dem Weg nach Bamako
mal seh, was ich dort sehen kann
Ich dreh dann mein Gesicht rauf zur Sonne
mach’ die Augen zu und danke dem einen
Ich drehe meine Augen rauf zur Sonne
die dort scheint in Bamako

Damals als ich auf dem Weg nach Bamako war, brauchte man weder kugelsichere Weste noch grobe Stiefel, auch keine Panzer und gepanzerte Wagen, ein taxi-brousse und Zeit, das war genug…

 


Wer ist hier fremd?

Der junge Mann im Karibuni hat mir eine schöne Kombination genäht und hat mich alte Frau zum Eis Essen eingeladen. Verkehrte Welt, dachte ich. Dazu fällt mir eine kleine Geschichte ein.

Wir waren auf dem Weg nach Bamako, denn wir hatten einige Tage mit Kandioura auf dem Dorf in seiner Heimat verbracht. Er besuchte Frauen in ihren Hütten, um ihnen die alten Techniken der Stoffbearbeitung zu zeigen. Dort war man wirklich arm, es gab nichts, rein gar nichts. Auch die Grundnahrungsmittel waren sehr knapp. Wenn die Leute unsere weißen Gesichter sahen, dachten sie, jetzt k0mmt irgendein Hilfswerk und groß war die Enttäuschung, wenn ihre ausgestreckten Hände leer blieben…

Nach einer Woche machten wir uns auf den Rückweg. Inge und ich fuhren die holprige Piste von Markala nach Ségou und hatten mal wieder die Nase voll von dem ständigen Gebettel: „Monsieur, madame! Ca va? Cadeau?“ Wir hatten beide kurze Haare und trugen Hosen. Für die Frauen waren wir deshalb geschlechtslose Wesen. Vielleicht kannten sie auch nicht die französischen Wörter, sie durften garantiert nicht auf die Schule.

Wir überholten eine Reihe von Frauen, die am Straßenrand im Gänsemarsch trottete, auf den schier endlosen Wegen vom Markt oder zum Markt – wir wussten es nicht –

Sie schauten schon ganz elektrisiert auf uns, als wir zum vorsichtigen Überholen ansetzten. Mich ritt der Teufel, ich hielt die leere Hand bittend aus dem Seitenfenster und sagte in jämmerlichem Ton:““Monsieur, madame! Ca va? Cadeau?“

Da griff eine dieser mageren Schönheiten mit ihrem dünnen Ärmchen in die Kalebasse auf ihrem Kopf und holte ein winziges Büschelchen Gras oder Kräuter und reichte es mir mit wahrer Grandezza – und ich war beschämt

„Monsieur, madame! Ca va? Cadeau?“

Und nochmal dieser wunderschöne Song :


Karibuni oder Glücksmomente zum Dritten

…. oder das Kamel und das Nadelöhr

Echte kleine Glücksmomente hatte ich beim Einkauf.

Laut Internet gibt es in Bad Dürrheim 8 Krankenhäuser/Kliniken, da könnte es schon sein, dass jeder zweite, der durch die Stadt geht, ein Kurgast ist, d.h. das ist ein Mensch, der mit den lebensnotwendigen Dingen versorgt ist. Für diese Menschen ist Einkaufen nicht eine Notwendigkeit. Man isst und trinkt in der Kurklinik.Auch  ich war zur vollsten Zufriedenheit versorgt und musste nicht heimlich irgendwas kaufen, um meinen Hunger zu stillen. Einkaufen ist also reines Vergnügen. Ich kann mit meinem Wägele (Rollator) durch den Kurpark und komme dort zu dem schönsten Eine-Welt-Laden, den ich kenne.  „Karibuni“ heißt er, das heißt auf Suaheli „Willkommen“.

Da saß im Laden ein hübscher junger Mann aus Afrika an einer Nähmaschine und nähte alles mögliche: Kinderkleidchen, weit geschnittene Sommerhosen, Damenröcke und Überwürfe. Für mich war das ein kleines Stück Afrika nach Bad Dürrheim übertragen. Meine Gedanken flogen zurück wie die kleinen Vögelchen im Entspannungskurs, ich dachte an die Wochen in Mali. Damals in Bamako saßen auch viele junge Männer an den Nähmaschinen und nähten uns weißen Damen (den Toubabs) alles, was wir wollten von jetzt bis nachher. Heute ließ ich mir auch etwas nähen. Ich kaufte einen  Stoff aus Ghana, gab ihn dem jungen Mann, der strahlte mich an und sagte „ja,ja“. Die Nähmaschine fing an zu surren und bald danach war das Kleidungsstück fertig.

Das war in den Großen Ferien, jetzt  macht er eine Lehre

Es kann die Erfolgsgeschichte vom kleinen schwarzen Mann sein, wenn es von unseren Ämtern zugelassen wird, denn er will lernen, lernen, lernen.  Er will aber auch wieder zurück, wenn die Ämter in seinem Land das zulassen, wenn sie ihn nicht gleich ins Gefängnis werfen und dort verkommen lassen. Er will in seinem Land sich einbringen, er will dort mithelfen, dass die Situation für dort lebenswert wird. Das hat er mir erzählt, als er mich zu einem Kaffee eingeladen hat.

Im ersten Bild habe ich ihn bei der Arbeit gemalt

im zweiten habe ich an seine Reise gedacht…….

Eigentlich habe ich an uns alle gedacht, wir müssen endlich einsehen: „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“

So steht es in den Evangelien und so steht es auch im Koran

Und wenn wir das beachten schaffen wir uns und anderen „kleine Glücksmomente“


Seite 1 von 2312345...1020...Letzte »