Jahrgang 1945

Nach der Einleitung am 20.Januar sollte es natürlich gleich los gehen mit den Bildergeschichten zu Monika, aber leider, leider ist die Schreiberin mal wieder im Krankenhaus verschwunden. Wie schon erwähnt, gehört ihr Jahrgang zu den mit den wenigsten Geburten. Deshalb steht am Anfang ein schreckliches Bild. Gepostet ganz ohne Erinnerungsanlass, aber an einem Tag, an dem die Glocken schweigen. Damals war es anders,  Karfreitag 1945: Donner und Gebrüll, Geschrei und Schmerz, Verzweiflung und Tod, doch das Leben regt sich neu.

Im Krieg gezeugt im Frieden geboren……..

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Ostermarsch

Der Frieden in Deutschland ist so alt wie Monika, oder umgekehrt sie ist so alt wie der Frieden in Mitteleuropa. Aber schauen wir auf den Globus, wie winzig ist Deutschland. Was alles ist in Mitteleuropa in den letzten siebzig Jahren geschehen. Ich frage mich mit Monika, ob es jemals so eine lange Periode des Friedens in Deutschland gab. Vielleicht hat auch die große und mächtige Friedensbewegung dazu beigetragen. Und dabei meine ich mit mächtig,

voll Kraft und Stärke in der Friedfertigkeit, voll Glauben, dass eine andere Welt möglich ist,

ich weiß, ich bin nicht die Einzige, die so denkt, auch wenn ich nicht mehr auf der Straße sein kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Monika ist im Altersheim

Der Jahrgang 1945 verabschiedet sich vom Kindergarten, Tante Bertha hält fürsorglich die Arme um die kleine Gruppe der Abgänger. 1951 werden sie in die Hartranftschule, das ist die Grundschule der kleinen Stadt, entlassen. Nun beginnt der Ernst des Lebens, und wie Wilhelm Busch sagt:

Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.

Das kleine Mädchen ganz links außen ist jetzt eine alte Frau. Sie ist im Altersheim. Vielleicht ein bisschen früh, aber sie vergisst so viel, so viel wie ihre Mutter Hedwig. Hedwig ist tot. Das hat sie auch vergessen. Doch das Gefühl bleibt, da hat sie manchen „Führungskräften“ etwas voraus!!!

Der Jahrgang 1945 verabschiedet sich vom Kindergarten, Tante Bertha hält fürsorglich die Arme um die kleine Gruppe der Abgänger. 1951 werden sie in die Hartranftschule, das ist die Grundschule der kleinen Stadt, entlassen. Nun beginnt der Ernst des Lebens, und wie Wilhelm Busch sagt:

Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt

Läuft die Zeit; wir laufen mit.

Das kleine Mädchen ganz links außen ist jetzt eine alte Frau. Sie ist im Altersheim. Vielleicht ein bisschen früh, aber sie vergisst so viel, so viel wie ihre Mutter Hedwig. Hedwig ist tot. Das hat sie auch vergessen. Doch das Gefühl bleibt, da hat sie manchen „Führungskräften“ etwas voraus!!!


Das Geburtstagsessen

Eingeladen ist eingeladen, das hat man bei uns unter Freunden immer gesagt. Im Klartext hieß das, es wurden auch Sonderwünsche erfüllt. Man konnte die Einladung richtig genießen, in jungen Jahren waren das große Portionen, später dann noch ein Schnäpschen hinterher, das durfte auch ein Kirschwasser sein….

Das nur als Vorwort in Erinnerung an die vergangenen Zeiten. Folgende absurde Geschichte habe ich am 1. Weihnachtsfeiertag erlebt:

Ich war bei einer sehr alten Dame, die in einer vornehmen Einrichtung für ältere Menschen im Süden Deutschlands lebt. Weil dieser Feiertag gleichzeitig ihr Geburtstag ist, lädt sie ihre Familie und einige Freunde ein, mit ihr dieses Fest mit einem schönen Mittagessen zu feiern.

Man konnte zwischen den beiden Essen vom normalen Speiseplan wählen: Fleisch oder vegetarisch…..Ich hatte schon Tage vorher ein vegetarisches Essen bestellt: Wirsing mein Lieblingsgemüse, das ich mir ja als Alleinstehende nie koche. Von der salzigen Suppe mit ihren verkochten Nüdelchen aß ich ganz wenig, quasi nur anstandshalber zwei Löffelchen. Mir lief ja schon das Wasser im Mund zusammen. Mit meinem inneren Auge sah ich Schüsseln voll Wirsing, Gemüse und Kartoffeln, Platten mit Braten und das alles in freier Auswahl zur Selbstbedienung. Aber nein, es kamen Tellergerichte. Die Bedienung stellte Teller vor die Anwesenden und ich bekam nur eine winzig kleine Portion, zwei Esslöffel Wirsing mit einem halben Blätterteigstückchen. Das versetzte mich Knall auf Fall in meine Kindheit, in die Zeiten des Futterneides, in die grauslichen Nachkriegszeiten des Verzichts. Ich verlor meine Haltung und beschwerte mich, da fasste mich die Bedienung begütigend am Arm und sagte:“Frau Becker, jetzt essen Sie erst mal das auf, dann sehen wir weiter!“

Da wurde ich wieder ganz brav, bekam  später noch ein paar Löffel Wirsing. Brav hörte ich zu, wie die alten Damen fast schon schwärmten:“Stellen Sie sich vor, man bekommt hier anstandslos halbe Portionen!“ „Ja für uns ist das besonders wichtig, wir können ja nichts wegwerfen!“

 



Zwischen den Jahren

Eigentlich haben wir in dieser Zeit eine enge Verbindung zum Himmel. Ich zumindest öffne meine Ohren und überlege mir, was wird mir das neue Jahr bringen. Es ist mir nichts eingefallen. Nada! Es ist so schön, wenn man einen anderen Menschen sprechen lassen kann.

Da kam eine Email von einer wieder gefundenen Freundin, von Isabelle, der deutschen Flötistin aus Havanna. Sie schickt mir einen Vorgeschmack auf ihre neue CD, hört sie an, schaut sie an: Isabelle Bodenseh

Sie ist einfach toll!

 



Mali

Auch diese drei Personen sind auf dem Weg nach Bamako, ob es ihnen auch so geht wie Eric Bipp. Ich habe mich an eine deutsche Übersetzung gemacht, sehr frei und ohne Garantie……

 

Von Eric Bipp und Habib Koité
 Ja, ich bin jetzt auf dem nach Bamako
dort wollt’ ich schon immer hin
 ich bin jetzt auf dem Weg nach Bamako
mal seh, was ich dort sehen kann
Hab’ dort einen guten Freund gefunden
Habib Koite, das ist ein guter Musiker
ja, dort habe ich einen guten Freund gefunden
und seine Familie getroffen
Das war mein erster Trip nach Westafrika
und ich bin mir so sicher
irgendwie ist das ganz so
es ist wie Heimkommen
Ja, ich bin jetzt auf dem nach Bamako
Hinter mir lass’ ich Eis und Schnee
 ich bin jetzt auf dem Weg nach Bamako
mal seh, was ich dort sehen kann
Ich dreh dann mein Gesicht rauf zur Sonne
mach’ die Augen zu und danke dem einen
Ich drehe meine Augen rauf zur Sonne
die dort scheint in Bamako

Damals als ich auf dem Weg nach Bamako war, brauchte man weder kugelsichere Weste noch grobe Stiefel, auch keine Panzer und gepanzerte Wagen, ein taxi-brousse und Zeit, das war genug…

 


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